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10.03.2020

Corona Virus und seine Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis

Aus Angst vor Ansteckung einfach nicht zur Arbeit zu gehen, ist nicht möglich. Wer einfach zu Hause bleibt, kann eine -auch- fristlose Kündigung-riskieren.

In Absprache mit dem Arbeitgeber könnten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer aber auf die Tätigkeit im Home Office-Modus einigen. Dies muss aber im ausdrücklichen Einverständnis mit dem Arbeitgeber geschehen.

Ein Arbeitnehmer kann nur bei absoluter Unzumutbarkeit zu Hause zu bleiben, also bei einem objektiv ernsthaften begründeten Verdacht der Gefährdung für Leib und Gesundheit. Die Beweislast liegt dann hierfür auch bei dem Arbeitnehmer. Ein Husten eines Kollegen dürfte hierfür nicht ausreichend sein. Die Pflichten zur Mitteilung gegenüber dem Arbeitgeber müssen aber immer eingehalten werden.

Ein Arbeitgeber kann einen Arbeitnehmer bei dringendem Verdacht auf eine Erkrankung, dies kann auch eine „normale“ Grippe sein, nach Hause schicken, da er zum einen gegenüber dem erkrankten Arbeitnehmer aber auch gegenüber der restlichen Belegschaft Schutzpflichten hat.

Wenn mehrere Mitarbeiter erkrankt sind, stellt sich häufig die Frage, ob die restlichen Mitarbeiter Überstunden ableisten müssen. Dies kommt darauf an, was im Arbeitsvertrag geregelt ist, ob ein Betriebsrat zu beteiligen ist und ob tarifvertragliche Regelungen bestehen.

Arbeitgeber können im Bedarfsfall Kurzarbeitergeld für betroffene Beschäftigte beantragen bei der Bundesagentur für Arbeit.

Wenn der Arbeitgeber wegen des Coronavirus seinen Betrieb schließen muss und dies vom Gesundheitsamt angeordnet wurde oder wenn ein Arbeitnehmer vom Gesundheitsamt aus in Quarantäne geschickt wird, kann der Arbeitgeber den dennoch bezahlten Lohn vom Gesundheitsamt erstattet verlangen. In diesen Fällen kann ein Arbeitgeber eventuell verlangen, dass der Arbeitnehmer, sofern dies technisch möglich ist, die Arbeit im Rahmen einer Home Office Tätigkeit erledigt.

Arbeitnehmer, die am Corona Virus erkrankt sind, sind wie bei jeder anderen Erkrankung zu behandeln, d. h. sie erhalten Lohnfortzahlung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz.

Wenn die Kita oder die Schule unter Quarantäne steht und deshalb der Unterricht bzw. die Kinderbetreuung ausfällt, und die Kinder sich aufgrund ihres Alters noch nicht selbst überlassen bleiben können, müssen sie von den Eltern bzw. einem Elternteil betreut werden, der dann nicht auf die Arbeit gehen kann. Die Eltern müssen sich die Betreuung aufteilen. Sie können nicht beide von der Arbeit fernbleiben. Sie müssen aber vorab auch alle Möglichkeiten prüfen, ob ihre Kinder anderweitig untergebracht oder betreut werden könnten. Sollte dies alles nicht möglich sein, kann ein Elternteil von der Arbeit fern bleiben bei Lohnfortzahlungsanspruch.

Wenn Bus und Bahn nicht fahren wegen des Corona Virus, muss man dennoch zur Arbeit erscheinen. Den Weg zur Arbeit muss ein Arbeitnehmer immer selbst organisieren.



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